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Nachtspeicherheizung, Funktion, Nachtstrom, Verbrauch & Austausch

Nachtspeicherheizung, Funktion, Nachtstrom, Verbrauch & Austausch

Über Jahrzehnte galt die Nachtspeicherheizung als moderne, saubere und günstige Art zu heizen. Millionen Haushalte in Deutschland setzten auf das Prinzip, nachts günstigen Strom in Wärme umzuwandeln und diese tagsüber wieder abzugeben. Heute stehen viele Besitzer vor der Frage, ob sich der Betrieb der alten Geräte überhaupt noch lohnt oder ob ein Austausch die bessere Wahl ist. Dieser Ratgeber erklärt, wie eine Nachtspeicherheizung funktioniert, welche Kosten sie verursacht, was gesetzlich gilt und welche modernen Alternativen sich als elektrisches Heizsystem anbieten.

Wie funktioniert eine Nachtspeicherheizung?

Das Grundprinzip einer Nachtspeicherheizung ist schnell erklärt. Im Inneren des Geräts befindet sich ein Speicherkern aus hitzebeständigen Schamottsteinen, die eine große Menge Wärme speichern können. Nachts, in der Regel zwischen 22 Uhr und 6 Uhr, wird dieser Speicherkern über elektrische Heizstäbe aufgeheizt. Die so gespeicherte Wärme bleibt über viele Stunden im Kern erhalten und wird tagsüber nach und nach an die Raumluft abgegeben.

Die Wärmeabgabe erfolgt dabei auf zwei Wegen. Ein Teil der Wärme strahlt direkt über das Gehäuse in den Raum, der größere Teil wird über einen kleinen Ventilator gesteuert abgegeben, der warme Luft aus dem Speicher in den Raum bläst. Über einen Auf- und Entladeregler lässt sich einstellen, wie stark der Speicherkern nachts geladen wird, damit am nächsten Tag genau die benötigte Wärme zur Verfügung steht. Genau hier liegt allerdings auch eine der Schwächen dieser Speicherheizungen, denn die benötigte Lademenge muss im Voraus abgeschätzt werden. Wird zu wenig geladen, reicht die Wärme nicht aus, wird zu viel geladen, verpufft teure Energie ungenutzt.

Ältere Nachtspeicheröfen arbeiten dabei deutlich träger und ungenauer als moderne Heizsysteme, was den Komfort spürbar einschränkt und den Stromverbrauch in die Höhe treibt.

Nachtstrom, Heizstrom & Tarife, damals und heute

Der eigentliche Grund für den Boom der Nachtspeicheröfen in den 1960er und 1970er Jahren lag im günstigen Nachtstrom. Große Grundlastkraftwerke, vor allem Kohle- und Atomkraftwerke, liefen nachts weiter, obwohl der Strombedarf gering war. Um diese Überkapazitäten sinnvoll zu nutzen, boten die Energieversorger einen speziellen Heizstrom zu einem günstigen Niedertarif an, der nachts galt, während tagsüber der teurere Hochtarif berechnet wurde. Dieser günstige Nachtstrom machte den Betrieb einer Nachtspeicherheizung damals wirtschaftlich attraktiv.

Diese Rechnung geht heute allerdings immer seltener auf. Viele Stromanbieter haben ihre speziellen Nachtstromtarife abgeschafft oder bieten sie nur noch zu Konditionen an, die kaum noch Vorteile gegenüber dem normalen Haushaltsstrom bringen. Der Preisunterschied zwischen Tagstrom und Nachtstrom ist deutlich geschrumpft. Hinzu kommt, dass die Energiewende die Erzeugungsstruktur verändert hat. Erneuerbare Energien wie Wind und Sonne liefern Strom nicht planbar nachts, sondern wetterabhängig, wodurch das ursprüngliche Argument für den günstigen Nachtstrom zunehmend an Bedeutung verliert. Wer heute noch einen echten Heizstromtarif für seine Nachtspeicherheizung findet, sollte die Konditionen genau prüfen und mit den aktuellen Marktpreisen vergleichen.

Vor- und Nachteile einer Nachtspeicherheizung

Wie jedes Heizsystem hat auch die Nachtspeicherheizung ihre Stärken und Schwächen. Auf der Habenseite steht zunächst, dass die Geräte günstig in der Anschaffung sind, sofern sie bereits installiert vorliegen. Sie benötigen keinen Schornstein, keinen Gasanschluss und keine wasserführenden Leitungen, kommen mit relativ wenig Platz aus und gelten grundsätzlich als wartungsarm. Für einzelne Räume oder Gebäude ohne Gasanschluss war das lange ein praktisches Argument.

Die Nachteile überwiegen heute jedoch deutlich. Der größte Kritikpunkt sind die hohen Betriebskosten, da der benötigte Strom teuer ist und die Effizienz im Vergleich zu modernen Systemen gering ausfällt. Die träge Regelung führt dazu, dass sich die Wärmeabgabe nur schwer an kurzfristige Änderungen der Außentemperatur anpassen lässt. Wird es tagsüber unerwartet mild, lässt sich die bereits gespeicherte Wärme nicht mehr zurückhalten. Anders als eine moderne Elektroheizung mit internetfähigen Steuerungen, komfortabler Programmierung und Einbindung von Eigenstrom reagiert der Nachtspeicherofen also kaum flexibel auf den tatsächlichen Wärmebedarf. Hinzu kommen mögliche Schadstoffe in alten Geräten, auf die später noch genauer eingegangen wird.

Kosten einer Nachtspeicherheizung, lohnt sich der Betrieb noch?

Die Kosten einer bestehenden Nachtspeicherheizung entstehen vor allem durch den laufenden Stromverbrauch. Bei einer Neuanschaffung sind Nachtspeicherheizungen zudem häufig teurer als moderne Elektroheizungen. Entscheidend sind im Betrieb vor allem die Heizkosten, die direkt vom Stromverbrauch und vom Preis pro Kilowattstunde abhängen. Bei einem durchschnittlichen Heizstrompreis, der sich 2024 je nach Anbieter und Region grob im Bereich von rund 25 bis 35 Cent pro kWh bewegt, wird schnell klar, wie teuer das Heizen mit Strom sein kann.

Ein Rechenbeispiel verdeutlicht das. Ein Einfamilienhaus mit einem jährlichen Wärmebedarf von etwa 15.000 kWh, das vollständig mit Nachtspeicheröfen beheizt wird, verursacht bei diesen Strompreisen jährliche Heizkosten im deutlich vierstelligen Bereich. Zum Vergleich benötigt eine moderne Wärmepumpe für dieselbe Wärmemenge nur einen Bruchteil an Strom, da sie aus einer Kilowattstunde Strom ein Vielfaches an Wärme gewinnt. Für die meisten Verbraucher lohnt sich der reine Weiterbetrieb einer alten Nachtspeicherheizung wirtschaftlich daher immer weniger, besonders wenn die günstigen Heizstromtarife wegfallen.

Gesetzliche Lage, Verbot und Entsorgung von Nachtspeicheröfen

Ein wichtiger Punkt, den viele Besitzer unterschätzen, ist der gesetzliche Rahmen und die Frage der Schadstoffe. Ältere Nachtspeicheröfen können gesundheitsgefährdende Stoffe enthalten, allen voran Asbest, das bis in die 1980er Jahre in den Geräten verbaut wurde. Auch andere Schadstoffe wie Chromate können in älteren Nachtspeicherheizungen enthalten sein. Solange die Geräte unbeschädigt sind und geschlossen bleiben, geht davon in der Regel keine unmittelbare Gefahr aus, bei Beschädigung oder unsachgemäßem Ausbau können jedoch gefährliche Fasern freigesetzt werden.

Die gesetzliche Lage hat sich über die Jahre mehrfach geändert. Es gab in der Vergangenheit im Rahmen der Energieeinsparverordnung, kurz EnEV, ein zeitweiliges Verbot von Nachtspeicheröfen, das später jedoch wieder aufgehoben wurde. Heute wird der rechtliche Rahmen durch das Gebäudeenergiegesetz bestimmt. Da sich diese Vorgaben laufend weiterentwickeln, sollte man sich vor einer Entscheidung immer über den aktuellen Stand informieren. Klar ist in jedem Fall, dass die Entsorgung eines alten Geräts niemals in Eigenregie erfolgen sollte. Wegen des möglichen Asbestgehalts gehört der Ausbau und die Entsorgung von Nachtspeicheröfen zwingend in die Hände eines zertifizierten Fachbetriebs.

Nachtspeicherheizung austauschen und ersetzen, die Alternativen

Wer seine alte Nachtspeicherheizung austauschen möchte, hat heute eine ganze Reihe attraktiver Möglichkeiten. Welches Heizsystem als Ersatz das richtige ist, hängt vom Gebäude, vom Wärmebedarf und von den baulichen Gegebenheiten ab.

Für Gebäude mit sehr gutem Dämmstandard oder die Möglichkeit einer wasserführenden Verteilung ist die Wärmepumpe eine effiziente Lösung, da sie aus Umweltwärme und wenig Strom viel Heizenergie gewinnt. Wo eine Wärmepumpe baulich nicht sinnvoll ist, bieten sich moderne Elektroheizungen als direkter Ersatz an. Besonders die Flächenspeicherheizung, Natursteinheizung und die Infrarotheizung haben sich als eleganter Austausch für die alte Nachtspeicherheizung bewährt. Sie geben eine angenehme Strahlungswärme ab, die Raumluft und Objekte gleichmäßig erwärmt, ohne Staub aufzuwirbeln, und lassen sich flexibel und präzise regeln. Damit die eine alte Nachtspeicherheizung austauschen möchte, ist das ein unkomplizierter Weg zu mehr Komfort ohne aufwendige Umbauten.

Ihren größten Vorteil spielen moderne Elektroheizungen in Kombination mit einer Photovoltaikanlage aus. Wird der selbst erzeugte Solarstrom oder zertifizierter Ökostrom zum Heizen genutzt, sinken die Betriebskosten spürbar und das Heizen wird deutlich umweltfreundlicher, als es mit einer Nachtspeicherheizung je möglich wäre. Wer eine Nachtspeicherheizung ersetzen will, verbindet so niedrigere Kosten mit besserer Regelbarkeit und höherem Komfort.

Förderung beim Austausch, KfW & BEG

Beim Austausch einer alten Heizung gegen ein modernes, effizientes System kann unter bestimmten Voraussetzungen eine staatliche Förderung in Anspruch genommen werden. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude, kurz BEG, sowie Programme der KfW unterstützen den Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme mit Zuschüssen. Ob und in welcher Höhe ein Zuschuss gewährt wird, hängt vom gewählten System, vom Gebäude und von den jeweils aktuellen Förderbedingungen ab.

Da sich die Förderprogramme und ihre Voraussetzungen regelmäßig ändern, lohnt sich vor dem Austausch immer ein Blick auf den aktuellen Stand und eine individuelle Beratung. So lässt sich sicherstellen, dass die hohen Kosten eines Heizungstauschs bestmöglich abgefedert werden und keine Fördermöglichkeit ungenutzt bleibt.

Umstieg leicht gemacht, Beratung bei PEFRA

Der Abschied von der alten Nachtspeicherheizung muss kein kompliziertes Projekt sein. Mit über 20 Jahren Erfahrung im Bereich elektrischer Heizsysteme helfen wir Ihnen, die passende Alternative für Ihr Zuhause zu finden, sei es eine Natursteinheizung, eine Infrarotheizung oder eine andere moderne Lösung. Unsere Beratung durch Elektriker und Energieberater sorgt dafür, dass Ihr neues Heizsystem optimal zu Ihrem Wärmebedarf passt. Kontaktieren Sie uns gerne direkt, wenn Sie Ihre Nachtspeicherheizung austauschen möchten und eine ehrliche Einschätzung zu den besten Alternativen suchen.

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