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Nachtspeicherheizung austauschen: welche Alternativen gibt es?

Nachtspeicherheizung austauschen: welche Alternativen gibt es?
KI-generiertes Bild

Nachtspeicherheizung austauschen: welche Alternativen gibt es?

Nachtspeicherheizungen stehen noch in vielen Wohnungen, und ihre Besitzer stellen sich dieselben Fragen: Muss das Ding weg, was kostet es mich wirklich, und was kommt stattdessen an die Wand? Wir gehen die Punkte der Reihe nach durch.

Muss eine Nachtspeicherheizung ausgetauscht werden?

Die kurze Antwort: nein. Es gab einmal eine Regelung, die den Austausch alter Nachtspeicherheizungen vorschrieb, diese wurde jedoch wieder aufgehoben. Eine allgemeine Pflicht zum Ausbau bestehender Geräte existiert heute nicht.

Das heisst aber nicht, dass Sie nichts tun müssen. Ein Gerät, das defekt ist oder dessen Ersatzteile nicht mehr verfügbar sind, zwingt ohnehin zur Entscheidung. Und bei Sanierung, Vermietung oder Verkauf kommt das Thema regelmässig auf den Tisch.

Sonderfälle können sich zudem aus dem Gebäudeenergiegesetz, aus Landesrecht oder aus Vorgaben der Wohnungseigentümergemeinschaft ergeben, etwa bei umfassenden Sanierungen. Verbindliche Auskunft zu Ihrer Situation gibt ein Energieberater oder die zuständige Behörde. Der Austausch ist also in der Regel eine wirtschaftliche Entscheidung, keine rechtliche Pflicht.

Was kostet der Betrieb heute wirklich?

Hier liegt der eigentliche Grund, warum viele wechseln. Das Konzept der Nachtspeicherheizung beruhte auf einem einfachen Handel: Sie nahm nachts günstigen Strom auf, speicherte die Wärme und gab sie über den Tag ab. Der Preisvorteil des Nachtstroms war die Rechtfertigung für den hohen Verbrauch.

Genau diese Grundlage ist weitgehend entfallen. Günstige Nachttarife sind heute kaum noch verfügbar oder bieten nur geringe Preisunterschiede, weil sich die Struktur der Stromerzeugung verändert hat. Ohne den Tarifvorteil bleibt vom Konzept nur der Nachteil: ein hoher Stromverbrauch, der zum vollen Tarif abgerechnet wird.

Dazu kommen drei Punkte, die im Alltag ins Geld gehen. Die Vorausplanung: Der Speicher wird nachts aufgeladen, ohne zu wissen, ob die Wärme am nächsten Tag gebraucht wird. Wird es wärmer als erwartet, ist die Energie trotzdem bezahlt. Die Trägheit: Sie können nicht kurzfristig nachheizen, wenn der Speicher leer ist. Und die Verluste: Ein Speicher gibt auch dann Wärme ab, wenn niemand im Raum ist.

Konkrete Zahlen hängen von Ihrem Tarif, dem Gebäude und Ihrem Nutzungsverhalten ab. Rechnen Sie mit Ihrer eigenen Jahresverbrauchsmenge und Ihrem aktuellen Arbeitspreis, statt mit Durchschnittswerten aus dem Netz.

Welche Alternativen kommen infrage?

Wenn Sie im Bestand bleiben und keine wassergeführte Anlage nachrüsten wollen, kommen im Wesentlichen drei elektrische Systeme in Betracht, die alle einen entscheidenden Vorteil gegenüber der Nachtspeicherheizung haben: Sie heizen dann, wenn Wärme gebraucht wird, statt auf Vorrat.

Die Flächenspeicherheizung ist der direkte Nachfolger im Denken, aber moderner umgesetzt. Flächenspeicherheizungen mit Schamottekern speichern Wärme über einen längeren Zeitraum und geben sie gleichmässig an den Raum ab. Sie behalten also das Speicherprinzip, koppeln es aber von der starren Nachtaufladung ab.

Die Infrarotheizung arbeitet ohne Speicher und gibt Strahlungswärme direkt ab. Sie reagiert schnell, braucht keine Aufladezeit und lässt sich raumweise steuern. Eine Auswahl finden Sie in unserer Kategorie Infrarotheizung.

Die Natursteinheizung verbindet beides: Sie arbeitet mit Infrarotstrahlung, nutzt aber den Stein als Speichermasse. Die Natursteinheizungen der MH-Serie gibt es in 12 Steinsorten von Thassos-Marmor bis Labrador Blue Pearl.

Einen Überblick über alle Systeme gibt unsere Kategorie Elektroheizung. Wer den Bodenaufbau ohnehin erneuert, sollte zusätzlich die elektrische Fussbodenheizung prüfen.

Flächenspeicher, Infrarot oder Naturstein im Vergleich

Die drei Systeme unterscheiden sich vor allem im Speicherverhalten, und daraus folgt, für welche Nutzung sie passen.

Der Flächenspeicher mit Schamottekern hält die Wärme am längsten. Das passt, wenn ein Raum dauerhaft und gleichmässig warm sein soll, etwa im Wohnzimmer eines Haushalts, in dem tagsüber jemand da ist. Er reagiert dafür träger auf Änderungen.

Die Infrarotheizung ist das Gegenteil: schnell verfügbar, ohne Vorlauf, dafür ohne Speicherwirkung nach dem Abschalten. Sie ist die Wahl für Räume, die nur zeitweise genutzt werden, also Bad, Gästezimmer, Büro oder Hobbyraum.

Die Natursteinheizung liegt dazwischen und ist der Kompromiss mit dem besten Wohnkomfort. Nach dem Einschalten braucht die Platte etwa 15 bis 20 Minuten, um ihre volle Oberflächentemperatur zu erreichen, hält die Wärme danach aber nach. Ein weiterer Punkt spricht für Strahlungssysteme allgemein: Das Behaglichkeitsempfinden ist bei gleicher gefühlter Wärme spürbar höher, weil kalte Wandoberflächen wegfallen. Sie können die Raumlufttemperatur also etwas niedriger fahren.

Für die Auswahl heisst das: Gehen Sie nach Nutzungsdauer. Dauerhaft genutzte Räume vertragen Speichermasse, zeitweise genutzte profitieren von schneller Reaktion.

Die Regelung ist der eigentliche Sparhebel

Unabhängig vom System entscheidet die Steuerung darüber, was Sie am Ende zahlen. Genau hier war die Nachtspeicherheizung am schwächsten, weil sie auf Vorrat heizte.

Ein modernes System mit Raumthermostat und Zeitprogramm heizt dagegen nur dann, wenn der Raum genutzt wird, und nur bis zur eingestellten Temperatur. Bei Räumen mit klaren Nutzungszeiten, etwa Büro oder Bad, macht das erheblich aus. Eine bedarfsgerechte Steuerung kann je nach Nutzung eine Energieeinsparung von bis zu 18 % bedeuten.

Planen Sie die Regelung deshalb von Anfang an mit ein und nicht als späteres Zubehör.

Was ist beim Ausbau zu beachten?

Hier kommt der wichtigste Punkt des ganzen Themas, und er hat nichts mit Kosten zu tun: Alte Nachtspeicherheizungen können Asbest enthalten. Verbaut wurde es unter anderem in der Isolierung des Speicherkerns. Betroffen sind vor allem Geräte älterer Baujahre.

Daraus folgt eine klare Regel: Bauen Sie ein altes Nachtspeichergerät nicht selbst aus und öffnen Sie es nicht. Beim Zerlegen können Fasern freigesetzt werden, und der Umgang mit asbesthaltigen Materialien ist streng geregelt. Die Demontage und Entsorgung gehören in die Hände eines Fachbetriebs mit entsprechender Zulassung, die Entsorgung erfolgt als Sondermüll.

Ob Ihr Gerät betroffen ist, lässt sich oft über Typenschild und Baujahr eingrenzen. Im Zweifel gilt das Gerät als verdächtig, und die Prüfung übernimmt der Fachbetrieb. Auskunft geben zudem der Hersteller und die zuständige Behörde.

Zwei weitere Punkte gehören zum Ausbau. Die Elektroinstallation: Nachtspeicherheizungen hängen häufig an separaten Stromkreisen mit eigener Zählung, teils an Kraftstrom. Ob und wie diese Leitungen weitergenutzt werden können, klärt eine Elektrofachkraft. Und die Übergangszeit: Planen Sie den Wechsel nicht mitten in der Heizperiode, sondern im Sommer.

Fazit

Eine gesetzliche Pflicht zum Austausch besteht nicht, die frühere Regelung wurde aufgehoben. Der Wechsel ist damit eine wirtschaftliche Entscheidung, und die fällt heute oft klar aus, weil der günstige Nachtstrom als Grundlage des Konzepts weitgehend entfallen ist. Bei den Alternativen entscheidet die Nutzungsdauer: Flächenspeicher mit Schamottekern für dauerhaft genutzte Räume, Infrarot für zeitweise genutzte, Naturstein als Kompromiss mit hohem Wohnkomfort. Den grössten Sparhebel bringt in jedem Fall die Regelung mit Raumthermostat und Zeitprogramm, weil bedarfsgerechtes Heizen genau das ist, was die Nachtspeicherheizung nicht konnte. Und beim Ausbau gilt ohne Ausnahme: Alte Geräte können Asbest enthalten und gehören zum Fachbetrieb, nicht in die Eigenleistung. Weitere Beiträge finden Sie in unserem Blog.

Alternativen bei PEFRA

Sie planen den Ersatz Ihrer Nachtspeicherheizung? Bei uns finden Sie Flächenspeicherheizungen, Infrarotheizungen, Natursteinheizungen in 12 Steinsorten sowie die passenden Thermostate für eine bedarfsgerechte Regelung. Einen Überblick gibt unser Bereich Heizung. Bei Fragen zur Auslegung oder zur Auswahl des passenden Systems beraten wir Sie gern.

Häufige Fragen zum Austausch

Rund um den Austausch von Nachtspeicherheizungen erreichen uns immer wieder ähnliche Fragen. Die wichtigsten beantworten wir Ihnen hier.

Gibt es eine Austauschpflicht?

Nein. Die frühere Regelung zum Austausch alter Nachtspeicherheizungen wurde aufgehoben, eine allgemeine Pflicht besteht nicht. Sonderfälle können sich bei umfassenden Sanierungen aus Landesrecht oder Vorgaben der Eigentümergemeinschaft ergeben.

Warum lohnt der Wechsel trotzdem?

Weil der günstige Nachtstrom als Grundlage des Konzepts weitgehend entfallen ist. Ohne Tarifvorteil bleibt der hohe Verbrauch zum vollen Preis, dazu kommen Verluste durch Heizen auf Vorrat.

Welche Alternative passt zu welchem Raum?

Flächenspeicher mit Schamottekern für dauerhaft genutzte Räume, Infrarotheizungen für zeitweise genutzte wie Bad oder Gästezimmer, Natursteinheizungen als Kompromiss mit hohem Wohnkomfort.

Wie schnell wird eine Natursteinheizung warm?

Nach dem Einschalten braucht die Platte etwa 15 bis 20 Minuten, um ihre volle Oberflächentemperatur zu erreichen. Danach hält der Stein die Wärme nach.

Enthalten alte Nachtspeicherheizungen Asbest?

Das ist bei Geräten älterer Baujahre möglich, verbaut wurde es unter anderem in der Isolierung des Speicherkerns. Bauen Sie ein solches Gerät nicht selbst aus und öffnen Sie es nicht. Demontage und Entsorgung gehören zum zugelassenen Fachbetrieb.

Kann ich die alten Stromleitungen weiternutzen?

Nachtspeicherheizungen hängen häufig an separaten Stromkreisen mit eigener Zählung. Ob die Leitungen weitergenutzt werden können, klärt eine Elektrofachkraft vor Ort.

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