Kanalhygrostate
Kanalhygrostat & Kanalhygrostate – relative Feuchte in Lüftungs- & Klimakanälen regeln
Zu hohe oder zu niedrige Luftfeuchtigkeit in Lüftungs- und Klimaanlagen verursacht mehr Schäden als viele auf den ersten Blick vermuten. Schimmelbildung, Korrosion an Anlagenkomponenten, Qualitätsprobleme in der Produktion oder unzumutbare Arbeitsbedingungen sind typische Folgen einer unkontrollierten Feuchte im Kanal. Ein Kanalhygrostat überwacht die relative Luftfeuchtigkeit direkt im Luftstrom und greift automatisch ein, sobald der eingestellte Grenzwert über- oder unterschritten wird. Bei uns finden Sie Kanalhygrostate des Herstellers ALRE in ein- und zweistufiger Ausführung für den Einsatz in HVAC-Anlagen, Klimaschränken und industriellen Anwendungen.
Wie funktioniert ein Kanalhygrostat?
Ein Kanalhygrostat misst kontinuierlich die relative Luftfeuchtigkeit im Kanal und arbeitet als Zweipunktregler: Wird ein eingestellter Feuchtebereich über- oder unterschritten, schaltet der Hygrostat seinen Ausgang und aktiviert die angeschlossene Regelkomponente – etwa ein Entfeuchtungsaggregat, eine Befeuchtungsanlage oder einen Ventilator. Der Sensor sitzt direkt im Luftstrom und erfasst die Feuchte dort, wo sie für den Prozess entscheidend ist.
Die maximale Luftgeschwindigkeit im Kanal darf dabei 8 m/s betragen. Höhere Luftgeschwindigkeiten erfordern den optionalen Fühlerschutz FS-HI, der den Sensor mechanisch schützt und den Betrieb bis 15 m/s ermöglicht. Für den Einsatz eignen sich ausschließlich nicht aggressive Gase – für aggressive Medien sind die ALRE HI-Geräte nicht ausgelegt.
Einsatzbereiche – wo werden Kanalhygrostate eingesetzt?
Kanalhygrostate kommen überall dort zum Einsatz, wo die relative Feuchte der Zuluft kontrolliert werden muss. In Lüftungs- und Klimaanlagen überwachen sie die Feuchte im Zuluftkanal und steuern Be- oder Entfeuchtungsaggregate so, dass ein definierter Feuchtebereich dauerhaft eingehalten wird. In Klimaschränken und Klimakammern sorgen sie für stabile Prüfbedingungen, in Entfeuchtungsgeräten regeln sie den Betrieb bedarfsgerecht.
In der Landwirtschaft – etwa in Ställen oder Gewächshäusern – kommen Kanalhygrostate zur Überwachung der Luftfeuchtigkeit in Lüftungssystemen zum Einsatz, um ein optimales Klima für Pflanzen oder Tiere sicherzustellen. In Laborumgebungen und der Industrie schützen sie empfindliche Produktionsprozesse oder Lagerräume vor Feuchteschäden. Überall dort, wo eine unkontrollierte Feuchte zu Qualitätsproblemen, Korrosion oder Schimmelbildung führen kann, ist ein zuverlässig arbeitender Kanalhygrostat die richtige Komponente.
HI-1 vs. HI-2 – einstufig oder zweistufig?
Das ALRE Sortiment umfasst zwei Varianten, die sich im Wesentlichen in der Anzahl der Schaltstufen unterscheiden.
Der HI-1 ist der einstufige Kanalhygrostat mit Außeneinstellung. Er verfügt über einen Schaltausgang und eignet sich für einfache Anwendungen, bei denen ein Grenzwert überwacht und ein Verbraucher geschaltet werden soll. Die Außeneinstellung ermöglicht eine komfortable Sollwertanpassung ohne Öffnen des Gehäuses – praktisch für Anlagen, in denen regelmäßige Anpassungen notwendig sind oder der Hygrostat gut zugänglich montiert wird.
Der HI-2 bietet zwei unabhängig einstellbare Schaltstufen, ebenfalls mit Außeneinstellung. Damit lassen sich zwei verschiedene Feuchtebereichsgrenzen separat überwachen und zwei unterschiedliche Verbraucher oder Schaltfunktionen ansteuern. Das macht ihn zur richtigen Wahl für Anwendungen, bei denen eine Vorwarnstufe sinnvoll ist oder zwei verschiedene Aggregate in Abhängigkeit von der Feuchte gesteuert werden sollen – etwa eine erste Stufe für die Regelung und eine zweite für den Alarm oder eine Notabschaltung.
Zubehör – Fühlerschutz & PTFE-Filter
Für den dauerhaften Betrieb in staubigen oder partikelbelasteten Lüftungskanälen stehen zwei Zubehörkomponenten zur Verfügung, die den Sensor des Kanalhygrostaten schützen und die Messgenauigkeit langfristig erhalten.
Der Fühlerschutz FS-HI ist eine mechanische Schutzkappe, die den Sensor vor Beschädigungen durch hohe Luftgeschwindigkeiten bis 15 m/s schützt. In Kanälen mit höheren Strömungsgeschwindigkeiten ist er unverzichtbar und gehört nicht zum Lieferumfang des Hygrostaten.
Der PTFE-Filter-Feinschutz FS2-HI schützt den Sensor vor Staub und Verschmutzungen im Luftstrom. Das PTFE-Material ist chemisch beständig und lässt Feuchte durch, ohne die Messung zu verfälschen. In stark staubbelasteten Umgebungen verlängert er die Wartungsintervalle erheblich und sorgt für eine zuverlässige Messung auch über längere Betriebszeiträume.
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Bei uns finden Sie Kanalhygrostate der ALRE HI-Serie in ein- und zweistufiger Ausführung sowie das passende Zubehör für staubige oder schnell durchströmte Kanalanwendungen. Kontaktieren Sie uns bei Fragen zur richtigen Auswahl für Ihre Anlage – wir beraten Sie gerne persönlich.
Häufige Fragen zu Kanalhygrostaten
Wie genau misst ein Kanalhygrostat die relative Luftfeuchtigkeit und welche Faktoren beeinflussen die Messgenauigkeit?
Die Messgenauigkeit eines Kanalhygrostaten hängt von mehreren Faktoren ab. Neben der Qualität des Sensors selbst spielen Luftgeschwindigkeit, Temperatur im Kanal und die Sauberkeit des Sensors eine entscheidende Rolle. Hohe Temperaturen können die Feuchtemessung beeinflussen, weshalb der Hygrostat immer an einem repräsentativen Messpunkt im Kanal montiert werden sollte – nicht in unmittelbarer Nähe von Heizregistern oder anderen Wärmequellen. Ein verschmutzter Sensor durch Staub oder Partikel im Luftstrom verfälscht den Messwert zusätzlich, weshalb der PTFE-Filter-Feinschutz in belasteten Umgebungen empfehlenswert ist.
Für welche Branchen und Anwendungen sind Kanalhygrostate besonders geeignet?
Kanalhygrostate sind überall dort gefragt, wo definierte Feuchtebereiche dauerhaft eingehalten werden müssen. In Labors, Reinräumen und der Pharmaindustrie sind stabile Feuchtebedingungen oft normativ vorgeschrieben und direkt qualitätsrelevant. In der Landwirtschaft schützen sie empfindliche Pflanzen oder Tiere vor zu trockener oder zu feuchter Luft. In der Lebensmittelproduktion verhindern sie Kondensation und Schimmelbildung. In gewerblichen HVAC-Anlagen sorgen sie für ein angenehmes Raumklima und schützen gleichzeitig Gebäude und Anlagenkomponenten vor Feuchteschäden.
Was ist der Unterschied zwischen einem Kanalhygrostaten und einem Raumhygrostaten?
Ein Kanalhygrostat wird direkt im Luftstrom des Lüftungskanals montiert und misst die Feuchte der strömenden Luft. Er reagiert damit unmittelbar auf Veränderungen in der Zuluft, bevor diese den Raum erreicht, und eignet sich für die zentrale Regelung ganzer Lüftungsanlagen. Ein Raumhygrostat hingegen misst die Feuchte in der Raumluft und eignet sich für die Einzelraumregelung. Wer die Luftfeuchtigkeit bereits im Kanal regeln möchte, um alle angeschlossenen Räume gleichmäßig zu versorgen, ist mit einem Kanalhygrostaten besser beraten.
Muss ein Kanalhygrostat regelmäßig gewartet oder kalibriert werden?
Eine regelmäßige Kontrolle des Sensors ist empfehlenswert, da Staub und Verschmutzungen die Messgenauigkeit im Laufe der Zeit beeinträchtigen können. In staubbelasteten Kanälen sollte der PTFE-Filter-Feinschutz in regelmäßigen Abständen gereinigt oder ausgetauscht werden. Eine Kalibrierung ist bei starker Abweichung vom Sollwert sinnvoll, besonders in sensiblen Anwendungen wie Labor oder Reinraum, wo die Einhaltung definierter Temperaturen und Feuchtebereich nachgewiesen werden muss.